Für mehr Gratis und mehr Geld - Solidarity no Charity

Feb 5 2010



Ich freue mich für alle Eingeladenen und Vorgestellten beim Solidarity no Charity-Event und vor allen darüber, dass es das Event gibt.
Ich finde auch die Initiative Neue Arbeit sehr interessant und werde das Buch "The Class of the New" von Richard Barbrook lesen lesen; trotzdem interessiert mich jetzt schon eine Frage sehr: Wo genau ist der Unterschied zwischen Fairness und Charity? In beiden Faellen bezahle ich fuer etwas, wofuer ich nicht bezahlen muesste.

Fairness zu verlangen, schwaecht meines Erachtens den eigenen Standpunkt. Diese Position raeumt ein, auf den Goodwill des anderen angewiesen zu sein. Im grossen Stil sind wir das alle - es ist letztlich auch Goodwill der anderen, nicht jeden Anflug von Zorn mit Amoklaeufen auszuleben. Diese Form von Goodwill hat aber nichts mit Fairness zu tun: Die Rechnung folgt in der Regel bald.

Fairness fuer Kreativitaet zu verlangen erzeugt ein falsches Bild: Das suggeriert, dass die Leistung auch ohne den kreativen Input möglich wäre. - Wenn das so ist, dann haben wir ein Problem.
Ich sehe Kreativität und Innovation nicht als einmaligen Geistesblitz, fuer den derjenige, der ihn hatte, gewürdigt werden soll, sondern als permanente Einstellung, Probleme zu lösen und Dinge umzusetzen.
Nicht die spektakuläre Innovationen, ueber die man viel reden kann, sind die schönsten, sondern die, die man gar nicht merkt, weil sie ein bestehendes Problem flüssig und effizient lösen.
Mit Kreativität verhält es sich ähnlich: Ideen an sich sind nett (und selbstverständlich und austauschbar); Wert - materiell und ideell - entsteht in der konkreten Lösung und vor allem in der Geschichte dahinter. Und die ist etwas, die nur gemeinsam entwickelt werden kann.

Das richtet sich vor allem an weinerliche Werbetussis (was wiederum vor allem Männer einschliesst), die schon die Einladung zu einem ersten Gespräch damit beantworten, keine Gratispräsentationen zu machen. - Du musst ja nicht. Wer glaubt, sein Geld mit der Erstellung von Werbemitteln (egal ob digital oder papieren) machen zu koennen, sollte vielleicht lieber in die Druckerbranche wechseln. Was bisher schon verrechnet wurde, ist jetzt erst der erste Schritt, der einen Prozess, sei es intern oder direkt mit dem Kunden, eroeffnet, in dem die eigentliche Arbeit liegt. Wir sollten denLeuten keine Plakate zeigen (auch wenn die noch so schön sind), sondern mit ihnen reden. Für Hilfe dabei zahlt jeder gern.

Aber das war jetzt etwas ausschweifend.
Die Solidarity no Charity-Präsentation findet am 17.2. im WestLicht statt. Um Anmeldung wird gebeten.

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