Fünf Thesen zu Content für das Enterprise 2.0
Social Intranet, Enterprise 2.0, Enterprise Portale, Enterprise Content Management, Content Experience Management, User Experience Management - der Markt klingt, als könnte man all das kaufen. Aber wie komme ich wirklich zu einer lebendigen, effektiven und kommunikativen Organisation, die Netzwerke herstellt und nützt? - Fünf Thesen und Tipps für Content für das Enterprise 2.0 (als kurze Vorschau auf meinen Beitrag für den Enterprise Content Management Summit nächste Woche in Berlin).

Dass niemand mehr bloß Zuhörer ist, ist ein alter Hut. - Dass Content und Beteiligung deshalb wie von selbst entstehen, ist ein großer Irrtum. Gerade in Unternehmen, in etablierten Organisationen, die bisher auch gut ohne Netze ausgekommen sind, ist ein starker Anstoß nötig, um Produktivität wachsen zu lassen. Und gerade in Unternehmen ist es oft schwierig, die passende Organisation zu schaffen - vom Personal bis zur Infrastruktur -, um dann auch bereit zu sein, falls tatsächlich einmal jemand mit Ihnen reden möchte.
Content als Kreation und Content als technisches Objekt müssen gemeinsam geplant und geschaffen werden. Der Kommunikator schafft sein Digitales Imperium selbst. Das ist kein technischer Task, sondern eine kommunikative Aufgabe, die so selbstverständlich sein sollte, wie die Verwendung von Papier und Bleistift.
Warum?
- Behaupten Sie nur Dinge, die Sie auch argumentieren können. Und machen Sie sich darauf gefasst, dass auf neuen und zusätzlichen Kanälen neue und zusätzliche Einwände auftauchen werden. - Wo es mehr Fragen gibt, muss es bessere Antworten geben.
- Wer das Gefühl hat, alles zu verstehen, liegt garantiert falsch - Seien sie vorsichtig damit, schnell zum nächsten Schritt überzugehen. - Im Zweifelsfall ist Zuhören besser als zu spammen. Schüchternheit ist aber unangebracht: Die anderen sehen erst mal nur das, was Sie Ihnen zeigen.
- Beteiligung entsteht nicht von allein. - Keine Angst, vorauszugehen, wenn es sein muss, eine Zeit lang auch allein. Aber legen Sie Fährten, machen Sie klar, was Sie wollen, machen Sie es leicht, das zu tun, und zeigen Sie Wertschätzung, wenn es jemand tut.
- Qualität ist eine Funktion und Funktionieren bedeutet, in einem Universum Zwecke zu erfüllen. Ganz einfach, oder? - Aber verlieren Sie nicht aus den Augen, dass Qualität bedeutet, erstmal das Universum aufzubauen, damit es seinen Zweck hat, der dann erfüllt werden kann. Das braucht mehr als schöne Worte und gute Grafik.
- Gönnen Sie sich einen zweiten Gedanken. Ok, das ist schon die Luxusvariante, die Kür über das Lebensnotwendige hinaus. - Aber das, was in meinen Augen Leben daraus macht. - Und vor allem für die lebenswichtig ist, die nicht mit fremdbestimmten Inhalten auf einem Parteiprogramm oder einem fernen Marketing-Headquarter arbeiten…
Und das hat alles mit Content zu tun? - Nennt es ruhig auch Organisation, Technik, oder meinetwegen Prozesse - es bleibt ohnehin nichts davon erspart; Herausforderung, heisst das...
- Login or register to post comments
- Druckversion
- Einem Freund senden
Standpunkte
- "Press Pause Play": Digitale Revolution? - "In ein paar Jahren werden wir uns ein bisschen genieren…"
- Smarter Kapitalismus: Quiksilver - Made by Waves
- "This typeface says: I have no future" - Wie man Texter wird, oder mehr
- Wischmob statt Flashmob
- Das große Untersuchungsausschuss-Vorsitzenden-Mensch-Ärgere-Dich
Lösungen
- Interview: Markus Huber - "So viel teuren Blödsinn macht sonst niemand"
- Datenjournalismus, Medientoolbox und das total ultimative Portal?
- Produktivität: Das Böse im Kalender - Apps als Versuchung
- Information Architecture Diaries: Die Corporate Content-Timeline
- Fünf Thesen zu Content für das Enterprise 2.0


