Startseite » Feed aggregator » Sources

Neu...

Inhalt abgleichen
URL: http://www.themashazine.com
Updated: 29 min 51 sec ago

Fighting the One-Person-Enterprise

Thu, 03/11/2010 - 18:33

<!--break-->

No, this is not about Small Enterprises. It's about largescale businesses with several thousand employees that streamlined their processes so far, that they operate as if they had only a handful employees.
Is that efficient? (You always know whom to address)
Is it just another process error that should be fixed by striving for even more efficiency?
Or is it just a stupid habit that derives from an old desire of control?

I collected some examples of that kind of over-efficiency. All those will experiment with 2.0-style add-ons in internal communications as possible remedies.

Just as an example: Company A launched a new phonebook application for the intranet. Employees of one location complain that it's slow and that other applications are also slow since the new phonebook is online. They send emails to the communications manager, who tries to calm people, and sends emails to the technical project manager, who investigates the problem with his team and the IT-operations department. Their suspicion: It's rather a network- and bandwithissue of that location than an applications-issue.
As the issue is not fixed within two days, the complainers call the Executive Senior Vice President IT. He - calls the technical project manager.

I see two consequences in there: No matter how high and hard you try to hit, it wont help you in such an organisation. You always get back to the same starting point. What might help, is making the problem and problem reports more visible: Who experiences what when and how? There are sophsticated bugtracking tools that help o document such reports - but that still misses the main issue.
The shift we need is not to add more pressure or to address more people (we don't know) but to make problems, their relations and people dealing with them more visible.
The simplest way is to open easy tools that allow them to talk - so that problem reports and suggested solutions are visible to a wider audience, and not just to one poor project manager...
Sounds familiar? It's nothing else than allowing comments, encouraging blogs and other internal means of direct communication.
Quite boring. But still much more efficient than detailed process maps.

-->

1 Jahr theMashazine.com

Wed, 03/10/2010 - 07:37

<!--break-->
Im Maerz 2009 erschienen die ersten Beitraege auf theMashazine.com

Der Plan, Themen aus der digitalen Kommunikation einfach und leicht fasslich zu erklärten, hat sich seither kraeftig in Breite und Tiefe entwickelt.

TheMashazine ist laengst nicht mehr nur das Trendmedium mit dem Hang zur ausfuehrlichen Begriffsklaerung, die Texte mussten auch immer wieder den Vorlieben der Neigungsgruppe Diskurs und Theorie Tribut zollen.

Das ist nicht jedermanns Sache. Aber es ist ein wesentlicher Bestandteil dessen, was die Auseinandersetzung mit Medien fuer mich lebenswert macht.

Alles in allem bedeutet das: Zeit, ein paar neue Schritte zu setzen. TheMashazine wird straighter und kommerzieller. Die Beitraege werden sich mehr mit der Industrie beschaeftigen, mehr auf Interviews setzen und sich auch wieder mehr mit der pPraxisorientierten Loesungs-Schiene beschaeftigen.

Fuer alles andere gibt es ab sofort phomek.com. Phomek steht fuer Philosophie, Online Medien, Kommunikation und ist bereits online.

-->

Wenn der Bundespraesident Comedy macht

Fri, 03/05/2010 - 11:34

<!--break-->

Der Eday Video Award ist auch geschlagen, meine (nomierte!) Einreichung hat ziemlich abgestunken und das ganze war eine interessante Lehrstunde zum Thema Content und Kontext.
Die Grussbotschaft des Bundespraesidenten war anscheinend echt - wirkte aber wie ein reverse-engineerter Beitrag der Maschek-Bauchredner. So unpassend und uebertrieben in diesem Ambiente, dass ich immer darauf gewartet habe, dass irgendein hinter ihm aus der versteckten Box springt. Aber andererseits natuerlich super, so etwas aufzustellen - nur fragt sich: soll man hier wirklich den Versuch gelten lassen...?
Aehnlich verhielt es sich dann mit der Kategorie Online-Video: So wie sie praesentiert wurden, waren alle Einreichungen - meine eingeschlossen - so was von langweilig, dass man echt schon peinlich beruehrt war. Es waere ja kein Problem gewesen, eine Kurzversion zu basteln. Und es waere nett gewesen, "Online Video" als Kategorie irgendwie von "Online Advertising" abzugrenzen. Ein 4-Minueter, der eine komplexe Geschichte erzaehlt, gegen einen 30-Sekuender, der ein Produkt bewirbt - das strapaziert den Spassfaktor in einer ziemlich grossen Bandbreite, sozusagen. Und werbeagenturen, die sich mit einem dreifach aufgewaermten Remake in die Herzen des Publikums singen, bestaetigen eindruecklich, wie gern wir in unserer gelernten Umgebung bleiben. - Mehr dazu gibt es in Kuerze auf phomek.com unter dem Motto Universaerfahrung und Alltaeglichkeit - warum wir gelangweilt und betrogen werden wollen.
Auf phomek.com gibt es dann auch in Kuerze das diesmal wirklich langweiligste Werbevideo der Welt - ich habe einen neuen Ehrgeiz entwickelt... :)

Und vielleicht ein einfacher Hinweis fuer die Eday-Dramaturgie, damit der Award beim naechsten Mal einen besseren Nachgeschmack hinterlaesst: Vielleicht nicht mit der lustigen Werbung einsteigen und den Rest abstinken lassen, sondern die Kategorien in der umgekehrten Reihenfolge praesentieren - dann sind auch Experimente der Newcomer mit der neu gekauften Kamera leichter verdaulich. Und: Hoffentlich gibts ein naechstes Mal.
Und ausserdem: Bureau Pawlow macht coole Filme.

-->

Freak Radio sucht Social Media-Diskutanten

Fri, 02/26/2010 - 06:24

Freak Radio sucht Diskussionspartner fuer eine Radio Diskussion zum Thema

"Wandel Medium Mensch
Sind Twitter, Facebook & Co die Vorboten einer neuen Epoche im elektronischen Zeitalter? Wohin wird sich das Web entwickeln und was wird sich fuer behinderte Nutzerinnen verbessern?"

Termin: 3.3., 14-15:00

Details: www.freak-online.at, KulturCafé live

Ich kann leider nicht - darf ich wen weiterempfehlen?

-->

Trust Ex - Vertrauen in Onlinemedien: Warum eigentlich?

Mon, 02/22/2010 - 22:14

<!--break-->

Es hat ein Weilchen gedauert.
Trust Exchange Research startete als praxisorientiertes Forschungsvorhaben mit einer Interviewserie und einigen Gastpostings von Bloggern, Forschern und anderen Experten.

Dann herrschte zugegebenermassen ein wenig Funkstille.

Was mich vor allem stutzig gemacht hat, war die Tatsache, dass alle Befragten immer wieder grosse Namen und Marken als vertrauenswuerdig angefuehrt haben; zusaetzlich waren Analogien und Ueberleitungen aus der Offline-Welt sehr haeufige Mittel, um Vertrauen zu begruenden. - Und das, wo das Sample doch sehr onlinelastig gewaehlt war.
Das unterschwellige Fazit: Am effizientesten sind Medien als Ueberzeugungswerkzeuge (wenn wir das einmal als einen der Zwecke von Vertrauen voraussetzen) dort, wo sie nicht weiter auffallen. Das gilt nun fuer viele praktische Innovationen: Die erfolgreichsten sind die, die man nicht merkt, weil sie sich scheinbar von selbst ergeben und einfach eine Luecke schliessen, ein verbreitetes Problem loesen.
Auch Vertrauen ist dort am umfassendsten gegeben, wo es gar kein Thema ist: Wo sich die Frage nicht stellt, wird sie auch nicht mit Nein beantwortet.
Ja- oder Nein-Entscheidungen waren den meisten leicht moeglich; eine Begruendung oder ein nachvollziehbarer Plan zur Konstruktion weit weniger.
Nachdem die meisten Entscheidungen aber nicht auf online-spezifischen Kriterien beruhten, draengte sich die Frage auf: Warum ist gerade im Zusammenhang mit Onlinemedien Vertrauen so wichtig?

Die veraenderte Fragestellung (nicht: Warum und worauf vertrauen wir online?, sondern: Warum halten wir Vertrauen im Zusammenhang mit Onlinemedien fuer wichtig?) bringt einige Aenderungen in Methode und Arbeitsschritten mit sich.

Abweichend vom ursprueglichen Plan sind Gegenstand und Methode der Untersuchung von Vertrauen jetzt philosophischer Natur. Warum? Genau das ist die Frage, die sich nach den Schritten gestellt hat: Warum ist gerade im Zusammenhang mit Onlinemedien Vertrauen ein so wichtiges Thema? Die Frage ist nicht: Warum halten wir Vertrauen fuer wichtig?, sondern: Warum setzen wir im Streben nach Vertrauen so grosse Hoffnung in Onlinemedien?
Wo ist der Unterschied zu klassischen Medien, zum direkten Gespraech und zu anderen Kommunikations- und Organisationsformen?

In dieser Frage enthaltene Fragen sind:

  • Was sind in diesem Zusammenhang relevante Arten von Vertrauen?
  • Welche Lebensbereiche sind von dieser Thematik betroffen? - Es geht um Erkenntnis, um Ethik, um politische und wirtschaftliche Werte - was noch?
  • Welche Eigenschaften welcher Medien sind hier relevant?
  • Wer sagt ueberhaupt, dass wir 1.) Vertrauen wollen und 2.) dabei Hoffnungen auf Onlinemedien setzen?

Die Frage nach dem Warum fragt hier also sowohl nach Eigenschaften von Onlinemedien als auch nach mit Onlinemedien verbundenen Formen des Vertrauens.

Diese Fragestellung habe ich nun etwas konkreter formuliert, und sie wird mich die naechsten Monate begleiten.

Trust Ex-Fragestellung revisited

Medien sind eine kommerzielle Veranstaltung. Produkte – gestaltete Information redaktioneller oder werblicher Natur – werden an Konsumenten gebracht. Weder fuer die Gestaltung noch fuer den Konsum ist grundsaetzlich Vertrauen erforderlich. Es ist ein geschaeftlicher Austausch; fuer den Moment betrachtet, ist hier nicht viel Vertrauen erforderlich. Geschaeftliche Vorteile schlagen sich auch auf anderen Gebieten nieder.
Der Produzent bekommt Geld, der Konsument Unterhaltung, Information oder anderen Mehrwert.
Vertrauen wird dort wichtiger, wo Beziehungen langfristiger organisiert werden sollen, wo die Auswahl so gross ist, dass Preisentscheidungen oder andere rationale Kriterien nur schwer genutzt werden koennen um als Anbieter hervorzustechen, oder wo die direkten Reaktionen der jeweils anderen Seite deutlich spuerbar sind.

Die Betonung von Vertrauen bedeutet also

  • die Suche nach einer Abkzuerzung auf dem Weg zu einem Verkaufsabschluss
  • Anzeichen von Besorgnis bei den Maechtigen
  • die Suche nach Sicherheit von beiden Seiten aus – dabei ist Vertrauenswuerdigkeit sowohl eine Eigenschaft des Gegenuebers als auch des Mediums
Hypothese

Die grundlegende Hypothese dabei ist, dass sowohl Vertrauen als auch der digitale Raum, in dem Onlinekommunikation stattfindet, negativ definierte Begriffe sind.
Beide werden oft ueber Abgrenzungen und Verneinungen definiert: Digtale Information hat keinen Koerper, ist nicht an einen Ort gebunden; Vertrauen bedeutet, nichts zu befuerchten zu haben, etwas nicht als Bedrohung zu empfinden.
Unterschiedliche Analogien rund um Onlinemedien und andere digitale Medien zeigen, wie Vertrauen (in diversen Auspraegungen – als Hoffnung, Erwartung, Machtdemonstration, Vorleistung etc.) instrumentalisiert wird, um die durch die negative Definition entstehende Luecke zu schliessen.

Das passiert, so die Vermutung, auf zwei scheinbar entgegengesetzten Wegen:

  • Dekontextualisierung bedeutet die Nutzung digitaler Medien, um Ballast zu entfernen und mit der Information selbst (die auf Code und Zeichen reduziert wird) zu arbeiten.
  • Rekontextualisierung bedeutet die Nutzung einer anderen Eigenschaft digitaler Medien, um Information und Bedeutung ueber vielfaeltig verfuegbare und leicht herzustellende Beziehungen anzureichern und zu analysieren.

Kontext reduzierende Strategien entsprechen der erkenntnistheoretischen Betrachtung des Problems: Koennen wir einen direkten Weg zur Erkenntnis freimachen, zeichnen sich Onlinemedien in dieser Hinsicht durch irgendetwas aus?
Kontext erzeugende Strategien sind ethisch oder aesthetisch fokussierte Strategien. Sie beschaeftigen sich mit Zusammenhaengen, Wertsystemen und ableitbaren Normen und Konsequenzen.

Methode

Fuer die Suche nach philosophischen Antworten auf die Frage warum Vertrauen in dieser Konstellation wichtig ist, ist die Frage in mehrere Detailfragen zu teilen.
Was sind Zweck und Folge von Vertrauen, welche Erwartungen sind damit verknuepft?
Was sind die Voraussetzungen von Vertrauen, unter welchen Umstaenden kann dieser Zustand erreicht werden?

Disziplinen zur Beantwortung dieser Fragen sind Erkenntnistheorie, Ethik und Aesthetik.

Vertrauen in erkenntnistheoretischer Hinsicht befasst sich mit folgenden Themen:

  • Vertrauen und Gewissheit – wie weit kann das erkennende Subjekt seinen Sinnen (Werkzeugen) vertrauen? Wie veraendert sich diese Frage durch die Verwendung von Onlinemedien?
  • Welche Rolle spielt Vertrauen bei der Entwicklung von Kooperation (Kooperation ist eine der wichtigsten Funktionen von Onlinemedien).

Die letzte Frage leitet ueber zur ethischen Dimension.

  • Warum wollen wir Vertrauen, mit welchen Werten sind Vertrauen und dessen positive Bewertung verbunden?
  • Was erwarten wir von Vertrauen, wie soll/darf damit umgegangen werden?
  • Was sind soziale Konsequenzen von Vertrauen; was haben wir davon?

Am Rande sehe ich noch eine aesthetische Komponente, die sich mit formalen und normativen Aspekten von Onlinemedien und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Vertrauenswuerdigkeit befasst.

Methode – Analyse praktischer Phaenomene

Praktische Phaenomene, die zur Veranschaulichung und Analyse herangezogen werden, sind das Free Software Movement, diverse Zertifizierungs- und Bewertungssysteme in Onlinemedien (Web of Trust, Rap Leaf, Ebay-Ratings etc.), das sich formierende Konzept von Outernet und Augmented Reality und praktische Beispiele aus dem Marketing in und ueber Social Networks.

Zweck

Zweck der Anayse der Frage, warum Vertrauen in Onlinemedien wichtig ist, ist es, Orientierung ueber die in dieser Frage eingeschlossenen Fragen und Konsequenzen zu geben: Welche Annahmen zu Ethik, Positionierung in der und Erfassung der Welt werden im konkreten Zusammenhang vorausgesetzt, wenn Vertrauen gefordert wird, was gilt umgekehrt, wenn Vertrauenswuerdigkeit gefordert wird (Vertrauen entgegen gebracht wird)?

-->

"Mein" Beitrag zum Eday Video-Award

Mon, 02/22/2010 - 22:03

Ich spamme auf Twitter schon eine ganze Weile fuer "meinen" Beitrag zum Eday-Video-Award, unter anderem mit dem Ergebnis, dass jetzt auch in der Ukraine ueber den Eday getwittert wird.

Abgesehen davon, dass ich mir allein dadurch schon den Preis verdient haette, ist der Film natuerlich nicht im engeren Sinn von mir, sondern von Bureau Pawlow.
Bureau Pawlow sind Thomas Aigelsreiter, Harald Salaun und Perry Damiri, die mit Animation, Film, Illustration und Musik impactstarke Medien aller Art produzieren. Musste auch mal gesagt werden.
Und jetzt: Voten! (in der Kategorie Online-Video und dort blaettern - leider erschliesst sich die Votingapplikation nicht besonders geschmeidig)

-->

Ueber 80% der Wiener mit billiger Fotomontage reingelegt

Wed, 02/17/2010 - 12:26

Wie vergeblich Diskussion und Bildung sind und mit wie billigen Mitteln Medien Manipulation betreiben können, zeigt einmal mehr das Ergebnis der Wiener Volksbefragung.
Ein Schlaegertyp (Mensch), ein Hund, ein roter Strich dazwischen und eine plump suggestive Fragestellung - und ueber 80 % der Bevoelkerung nicken das ab.
Die Hunde-Plakate sind durchaus einen naeheren Blick wert: Der vermeintliche Hundefuehrer ist ein Schlaeger mit geballter Faust (ist das eigentlich Absicht, dass er einem gewissen anderen Politiker aehnelt? Einem, der vielleicht lieber mit einem einheimischen Hund abgebildet waere?), der vermeintliche aggressive Hund ist ein Hund in aufmerksamer Ausstellungspose, der in der Fotomontage etwas auf die Hinterbeine gestellt wurde, zwischen den beiden verlaeuft ein dicker roter Strich, der wohl eine Leine darstellen soll.
Wurde das Plakat mit Paint gebastelt?
Und haben Gestalter oder wenigstens Auftraggeber schon mal einen Hund in echt gesehen?

Liebe Designer, Publizisten, Werbeschueler und angehende Medienmanager (was auch immer das ist) - rext euch euer Wissen ein und kapituliert vor den Klischees. Aber genau das lernt man ja ohnehin fuer eine erfolgreiche Zukunft in den Medien.

-->

Auf dem Weg zum Einheitsblog

Sun, 02/14/2010 - 21:39

<!--break-->

Mach mit - und zwar mit uns. Der Imperativ ist stark und duldet keinen Widerspruch. "Im Abendverkehr hat auch jeder ein Ziel - nach Hause. Andere Botschaften kommen fort nicht an. Auch wir haben ein Ziel, also stell Dich uns nicht in den Weg."
So deutlich formuliert Chris Brogan in "Trust Agents" die alles verschluckende Dominanz der Mehrheit. Wir sind und einig - etwas anderes brauchen wir nicht.
Wie ist unter diesen Voraussetzungen jemals Widerspruch moeglich, wie kann neues Entstehen?
So praktisch demokratisch das Web einerseits ist, indem es alle Widersprueche zulaesst und sofort publiziert und jedem die gleiche Stimme einraeumt, so schrecklich demokratisch ist es auch: Die Mehrheit ueberdeckt gleich alles. Nur was alle sagen, wird gehört.

Alle reden vom selben

Diese Tendenz ist nicht nur durch Suchmaschinen, Marketing, Netzwerke und Communities verstaerkt - sie gehoert zu den Grundzuegen der Kulturbetriebe, wie wir sie kennen. Und die Tendenz zur Vereinheitlichung ist dabei, einer der deutlichsten immanenten Charakterzuege von Blogs zu werden: Alle reden vom selben.

Konsens ist einerseits die Voraussetzung fuer Dialog (unter anderem zu lesen bei Gadamer), aber was ist mit bloßer Reproduktion?
Aggregation ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, geradezu eine Existenzrechtfertigung fuer Onlinemedien: niemand muss mehr bis zur Quelle gehen. Aggregierung und Spezialisierung erweitern unseren Horizont. Wir erfahren - durch die Vermittlung - Dinge, von denen wir sonst nie gehoert haetten. Bis das Feld zu dicht wird: Je erfolgreicher einzelne sind, je weiter Erfolgsrezepte verbreitet sind, desto mehr Raum nehmen sie ein. Erfolgreiche Information wird zum Selbstlaeufer und zur pervertierten Farce, die nur noch um der Verbreitung willen verbreitet wird - bis dann doch spaeter, oft auch ueber grosse Umwege, Zahltag ist. Wer die User hat, kann sie abkassieren, egal womit.
Soweit so gerecht; niemand muss in diesem Spiel mitspielen.

Ist das Web hauptberuflich Marketer?

Was mich interessiert, sind Antworten auf die Frage, ob tatsaechlich schon gegessen ist, dass das Web ein Marketinginstrument ist. Was urspruenglich eine Verwendung neben vielen war, nimmt heute unhinterfragt ueberhand. Ich habe gerade erst heute 200 "hey guys I´m single again hit me up at..."-Twitteraccounts geblocked, habe alle Bilder und Links aus meinen echt verwendeten Mailaccounts gefiltert und bin manchmal von meinen eigenen Statusupdates in Twitter oder Facebook leicht angewidert, wenn sich durch eine Verkettung verschiedener Autofeeds eine spamaehnliche Serie von sehr aehnlichen Empfehlungen ergibt. Aber zum Glueck haben wir ja in der Regel ein sehr kurz fokussiertes Gedaechtnis.

Interaktive Medien, Rueckkanaele, User Generated Media gelten als Hoffnungstraeger freier Produktivitaet (zumindest in meinem 90ies-Webzugang; korrigiert mich), derzeit potenzieren Blogs und erst recht Social Network Updates eher das Online-Problem von Tageszeitungen und anderen klassischen Medien: Sie sind Aggregatoren vergangener Ereignisse.
Sie berichten ueber was war, fassen zusammen, verkuerzen, verlinken - und anstatt weiterzuverzweigen, linken sie eher immer oefter auf immer weniger erfolgreiche Inhalte. (Ist das eine neue Entwicklung oder ist die nur erst jetzt sichtbar geworden?)
Heftige Verlinkung, die Wiedergabe von Nachrichten mit persoenlicher Note, der kommentaraehnliche Stil verstaerken diesen Effekt. Angaben zum Mengenverhaeltnis zwischen originalen und wiederholenden Blogposts variieren stark: zwischen 80 und 20 Prozent - je nachdem, ob man dem Beobachter (klassischen Medien) oder der Szene selbst (Technorati - State of the Blogosphere 2009) glaubt.
Mit knapp 15 ausgewaehlten Blogfeeds im Google Reader kann man muehelos mit der Informationsgeschwindigkeit der Industry Analysts mithalten. Geschieht nichts neues unter der Sonne? Oder koennen wir nicht ueber mehr reden, als wir es jetzt schon tun? - Das ist ein spannendes Missverhaeltnis: Einerseits ist es kaum vorstellbar, dass so viel Nennenswertes passiert, wie in Netzwerken verbreitet wird. Andererseits sind es immer dieselben Punkte. Gibt es nichts anderes, was uns beschaeftigt?
Vernetzung nivelliert eher nach unten als Horizonte zu erweitern. Eigendynamik gewinnt das, was alle wolllen. Und Information fliesst umso leichter, je weniger Ballast sie mitbringt; Verkuerzung ist ein wesentlicher Antriebsfaktor zur allgemeinen Beschleunigung. Das ist normales Marketing nach dem Stille-Post-Prinzip.

Vernetzung bis zur Entropie

Zur Debatte steht dabei fuer mich, welchen Nutzen diese Art von Medienproduktion fuer den User hat: Er wird auf Information aufmerksam gemacht, erfaehrt allerdings nur, wo er mehr erfahren kann. Diese Art der Information ueber eine Vielzahl von Verweisen entfernt den User eher von der Information, anstatt die Information zum User zu bringen.

Reproduktion fuehrt zu Vernetzung bis zur Entropie: Alles haengt dicht mit allem zusammen, besteht eigentlich nur noch aus Verweisen und unterscheidet sich letztlich gar nicht mehr von dem, was es kommentieren, berichten oder kritisieren moechte. - Das ist nicht als Zen-Weisheit gemeint.
Mit reproduktiven Techniken und Medien fuehlen wir uns wohl. Fernsehen funktioniert so, alle absenderorientierten Medien funktionieren so - und auch im Kulturbetrieb sind die reproduktiven Prozesse die eindeutig gewinntraechtigeren: Schauspiel, Musikinstrumente; Theaterauffuehrungen, Konzerte - da gibt es klare Regeln, es lassen sich herrliche Traditionen und Meister-Schueler-Verhaeltnisse heraufbeschwoeren, es gibt Gut und Boese und kontrollierbare Ausbildungsanstalten. Das Publikum weiss, was es erwartet, Sponsoren bewegen sich relativ gefahrlos in berechenbaren Umgebungen; es entsteht ein Kunstbegriff, der von Koennen abgeleitet wird. - Das gilt fuer Handwerk auch.
Produktive Techniken, sie sich mit einem leeren Blatt Papier auseinandersetzen, sind was Ausbildung und Verwertungsprozesse betrifft, weit zurueck. - Wo Musikkonservatorien oeder Musikschulen als serioese Institutionen gelten, haben Malakademien oder Schreibwerkstaetten allenfalls esoterischen Touch.
Produktive Medien, die neue Inhalte schaffen, sind nahezu ein Widerspruch in sich. Das bestaetigen nicht nur klassische Medien in ihrer Hauptfunktion der Reproduktion von Klischees, sondern auch Hoffnungstraeger neuer digitaler Innovationen: Suite 101 sammelt Content von selbstdefinierten Experten, die auf Umsatzbeteiligung hoffen, andere aktuell als am Puls der zeit gehypte produziert hat nur massgeschneiderte Werbeauslagen mit Wegwerfcontent: Die Schwerpunkte der aktuellen redaktionellen Inhalte richten sich danach, welche Begriffe gerade haeufig gegoogelt werden, aber noch nicht uebermaessig viel Resultate bringen. Zeitgenoessische Medien - oder was dafuer gehalten wird - fuellen diese Luecke tagesaktuell.
Diese Superaggregation erinnert an Portalkonzepte von vor 15 Jahren.

Verstehen, was wir immer schon gewusst haben; Anderes gibt es nur gegen das Gemeinsame

Dennoch ist die Sache fuer mich noch nicht gegessen. Auch wenn Blogger nur reproduzieren, dann tun sie das wenigstens selbst: Sie schreiben ihre Fussnote, faerben mit ihrer Note - und nicht mit der die von irgendwo vorgegeben wurde.

Unterschwellig ist der Trend zum Einheitsinhalt ein maechtiges Vehikel zur Identitaetsbildung, zur kontrollierten Entwicklung von Diversitaet. Unterschiede sind nur vor einer gemeinsamen Projektionsflaeche sichtbar, sie sind nur dort relevant, wo es auch Gemeinsamkeiten gibt. Wo es keine Beruehrungspunkte, Ueberschneidungen, Reibungsflaechen gibt, ist Raum fuer Gelassenheit, Gleichgueltigkeit – wahrscheinlich begegnet man sich kaum und wenn doch, dann interessiert man einander nicht.
Mit der achten Reproduktion eines wiedergekaeuten Themas, das in diversen Nachrichtenagenturen, Zeitungen, Radioshows und eben auch Online Medien gespielt wird, haben wir die Gelegenheit, Position zu beziehen. Fragwuerdige Belanglosigkeiten wie die xte Twitterstudie (“40 Prozent der Beitraege sind Geschwaetz”) bieten eine guenstige Gelegenheit zur Differenzierung. Wir bringen das wieder, faerben die Nachricht gemaess unserer Einstellung, schliessen mit einem kurzen Kommentar und haben Profil gewonnen, ohne persoenlich werden zu muessen, ohne Farbe bekennen zu muessen.

Wer nicht vom Gleichen redet, gehoert nicht dazu

Das ist die sozial vertraegliche Variante von Witzen auf Kosten anderer.
Wichtig wird das dann, wenn wir trotzdem einmal Position beziehen muessen. Mit einem neuen, persoenlichen, individuellen Standpunkt koennen wir paradoxerweise nicht sowie Profil gewinnen wie mit Reproduktion und Kommentaren – der neue Standpunkt hat zu wenig Beruehrungspunktwe, es wird wenig Orientierungshilfe mitgeliefert. Das oeffnet Missverstaendnissen Tuer und Tor und es geht um alles oder nichts: Wer sich nur mit sich selbst beschaeftigt ist entweder ein Superstar oder ein misstrauisch beaeugter Sonderling (oder ein Fall fuer die Psychiatrie).
Die Reproduktion von Einheitsinhalten und -ansichten schafft so widersinnigerweise mehr Profil als die Beschaeftigung mit eigenen Inhalten und Themen: Auf der einen Seite tun wir einfach, was wir tun, auf der anderen Seite tun wir weniger, sind aber gleichzeitig in einem Dialog darueber, was die anderen von uns halten sollen.
Darum, um an den Anfang zurueckzukehren setzt Dialog schon voraus, dass wir uns vorstellen koennten, auch einer Meinung zu sein.
Wenn das nicht so ist - ist das die Voraussetzung fuer ein besonders produktives (im wahrsten Sinne des Wortes) Gespraech?

Entspricht die Tendenz zur Entropie unserer natuerlichen Faulheit?

Als sichtbare und lesbare Manifestation eignen sich Blogs genauso als Marketingflaeche wie Bandwettbewerbe, Tattoos oder Trendsportcommunities: Sie fassen zusammen, vereinfachen und sind in aggregierter Form leichter verdaulich als im einzelnen.

Wir sind wir gilt ueberall. Der Umfang wird anders gesteckt, das Funktionsprinzip aber bleibt gleich. Spannender als die Suche nach dem Anderen ist deshalb die Frage nach den einenden Grundsaetzen: Was ist es, das fuer uns Zusammenhaenge stiftet? Wo haben wir doch die Basis, auf der das funktioniert, was uns allen gefaellt?

-->

Don Tapscott ist nicht mehr mein Freund

Sun, 02/14/2010 - 12:43
Ich habe jetzt "Wikinomics" gelesen, um das Buch nicht nur als eines der "Ja, eh"-Schlagworte auf dem fernen Radar zu haben. Es steht nichts Unsinniges oder Falsches drin - aber die herauslesbaren Botschaften sind ziemlich kontraproduktiv - sogar gefaehrlich.
  • Aus Unternehmer- oder Managersicht gelesen ist Wikinomics das Manifest moderner Ausbeutung - Partizipation als Opium fuer die Peers: Lass sie mitreden, bis sie muede sind, nimm das Beste - und dann dreh den Hahn ab.
  • Wikinomics, in Tapscotts Beschreibung, ist ein Projekt mit allen Kriterien wie aus dem Projektmanagementlehrbuch: Komplex, verfolgt ein klares Ziel, und hat zeitliche und raeumliche Grenzen. Wenn das Geschaeft optimiert ist, das Wissen der Massen abgegrast ist, dann gehen wie wieder zur Tagesordnung über.
Oder doch nicht? Ein Autor der sich so lang und so intensiv mit Online-Phaenomenen beschaeftigt wie Tapscott, sieht sicher ueber die Grenzen dieser Beschreibungen hinaus und bereitet mit den fehlenden Schlussfolgerungen bloss schon den naechsten Bestseller vor, um nocheinmal die effizienten, gewinnbringenden Mechanismen der traditionellen Publishingindustrie auszunutzen.

Die beiden Punkte, die mich besonders stören, sind einerseits die

  • Vermischung von Open Source und Free Software, andererseits
  • die fehlende Konsequenz bei der Darstellung von Mashups als Geschaeftsmodellen und Wikis als Arbeitsplatzmodellen.

Der Reihe nach: Open Source vs. Free Software ist nicht nur eine Frage der Begriffsdefinitionen, sondern der Reichweite und des Einflusses eines theoretischen Hintergrunds, der miteinbezogen wird. Open Source ist pragmatisch: Vier Augen sehen mehr als zwei, also lass uns gemeinsam arbeiten. Das aendert aber nichts an den Eigentumsverhaeltnissen des Folgeprodukts: Modifizierte Open Source-Software gehoert oft trotzdem noch dem urspruenglichen Eigentuemer und darf auch von den beteiligten Partnern nicht weitergegeben werden. Die Offenheit dient nur der Effizienz.

Free Software verfolgt ueber die qualitative Effizienz hinaus noch das Ziel, Produkte und die Ergebnisse von Weiterentwicklungsprozessen frei zu halten: Jeder darf, unter den Free Software-Bedingungen, alles weiterentwickeln und veraendert - unter der Bedingung, dass die Ergebnisse ebenfalls wieder als Free Software zur Verfuegung gestellt werden (wobei free nicht gratis bedeutet, sondern eben offen; ob und wieviel Geld fuer Software verlangt wird, ist kein Thema fuer Free Software). Unter diesem Gesichtspunkt ist es etwas schmerzhaft, wenn Tapscott die vielen durch offene Collaboration erreichten Patente von IBM als Beispiel fuer den Erfolg von "Open Source oder Free Software Movement" anfuehrt - aus Free Software Sicht sind nur Patente noch schlimmer als Copyrights: Sie schraenken nicht nur Veraenderung ein, sondern sind ueber Crosslizensierungsprogramme auch effiziente Erpressungsinstrumente: "Ich geb dir meins, dafuer musst du mir auch deins geben..."

Freie Zusammenarbeit, wie sie unter Free Software Bedingungen oder auch unter einer meiner Ansicht nach konsequenten Umsetzung des Wiki-Ethos passieren kann, hoert hier nicht auf: Fuer den Zulieferer (Mitarbeiter) ist es witzlos, Beitraege zu liefern, wenn diese nur 15 minutes of fame, eventuell einen Bonus und kurzfristig gestiegenes Selbstwertgefuehl bringen. Die Anerkennung diese Arbeitsprozesse muss sich auch so auswirken, dass die weitere Nutzung gemeinsamer Entwicklungen anderen Regeln folgt als bisher. Aus diesem Grund stuetzt sich das Free Software Movement auch massiv auf Juristen und die Formulierung eigener Copyleft-Lizensierungen.

Ohne die Bedingung der Weitergabe von Freiheit (wie sie durch Copyleft festgeschrieben ist) bringt Collaboration scheinbar einfach nur mehr vom gleichen, und das vielleicht sogar noch zu guenstigeren Preisen.

Und das ist meines Erachtens schlicht falsch, auch ganz sachlich betrachtet und ohne jeden ethischen oder politischen Kontext.

Das fuehrt zu meinem zweiten Punkt.

Der Einsatz von wikiaehnlichen Modellen der Zusammenarbeit in Unternehmen bedeutet, das Ordnung und Zusammenhänge "is created by demanding active involvement from users in ways of organizing and creating their own information architecture" schreibt Tapscott. Diesen Prozess in Gang zu bringen, erfordert viel Ermutigung, Training und Unterstuetzung; wenn er aber einmal laeuft, ist er unumkehrbar. Die Verantwortung, selbst Zusammenhaenge herzustellen, Beziehungen sichtbar zu machen, so Ablauefe und Ansichten zu erzeugen, ist nicht jedermanns Sache. Die Zurverfuegungstellung von Mitteln macht nicht jeden zum Visionaer.

Das Reverse Engineering einmal auf diese Art etablierter Informationsarchitekturen, ist allerdings aus Effiziengruenden praktisch unmoeglich: Wer einmal losgelaufen ist, fuehrt die Bewegung an; und diesen Weg nachzuzeichnen, ist etwa genau so aufwändig wie der Versuch, einen neuen Weg zu finden. Das gibt einen Hinweis auf eventuelle neue Macht für den Einzelnen durch die Nutzung von Collaboration- und freien Gestaltungsmöglichkeiten.

Fluidity, diese vom Philosophen definierte Eigenschaft digitaler Information, die schnelle Verbreitung, Veraenderung und Weiterverarbeitung ermoeglicht, ist das Schmiermittel in Informationsprozessen, die in immer neuen Kombinationen immer mehr Zusammenhaenge erzeugen und sichtbar machen (darauf komme ich immer wieder zu sprechen...).

Der oft zu kurz kommende zweite wichtige Punkt im Arbeiten mit Wikis ist, dass nicht nur die Verbesserung gegebener Inhalte möglich ist, sondern genauso die Herstellung von Zusammenhängen. Zusammenhänge sind nicht nur Abläufe von hier nach dort, sie sind auch die sinnstiftenden Hintergründe für neue Ideen oder fuer die Interpretation einzelner Schritte in diesen Abläufen.

Das ist Macht. Das erfordert Verantwortung. Und, aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und Beschleunigung dieser Prozesse: Das erfordert Medienkompetenz als eine der wichtigen Eigenschaften, die in diesen Prozessen Orientierung ermoeglichen.

"The Internet doesn´t primp itself with the pretense that it's words are guaranteed to be true", schreibt Tapscott gegen Ende und bezieht sich damit auf das Spannungsfeld zwischen Pluralismus und Relativismus, Qualitätsanspruch und Authentizität. Wir arbeiten daran, ist dem entgegenzuhalten.

Die Mechanismen von Autorität, Authentizität, Vertrauenswürdigkeit, Qualität in Onlinemedien und digitaler Kommunikation zu untersuchen, halte ich für weit spannender, als Tips für die effiziente Nutzung potentieller Massenweisheit zu geben. Erfolgsstories gibt es hier immer erst im nachhinein. Denn auch die Nutzung und Aufbereitung dieser Massenweisheit steht zuerst ziemlich schnell vor der Frage: Wem glauben? Und warum? -->

Nerdland - Nerd Perfect Pt 2

Tue, 02/09/2010 - 15:05

<!--break-->
Teil zwei der Schweizer Nerdsaga Nerd Perfect zeigt schon etwas deutlicher wo die Reise hingeht: Videos als ansprechender Content, der mehr oder weniger unauffällig manche Produkte in der Vordergrund rückt - andere eben nicht.

Macht trotzdem noch immer Spass - und vor allem die schnelle und budgetschonende Abwicklung stimmt noch immer zuversichtlich, dass Videoproduktion in brauchbarer Qualitaet leistbar wird.
Einige Interessenten für Soap-Produktion gibt es ja schon (und einige Produzenten auch; ich vermittle gerne).

Nerd Perfect - Folge 002 mit Deutschen Untertiteln from Karpi on Vimeo.

-->

Für mehr Gratis und mehr Geld - Solidarity no Charity

Fri, 02/05/2010 - 10:30

<!--break-->


Ich freue mich für alle Eingeladenen und Vorgestellten beim Solidarity no Charity-Event und vor allen darüber, dass es das Event gibt.
Ich finde auch die Initiative Neue Arbeit sehr interessant und werde das Buch "The Class of the New" von Richard Barbrook lesen lesen; trotzdem interessiert mich jetzt schon eine Frage sehr: Wo genau ist der Unterschied zwischen Fairness und Charity? In beiden Faellen bezahle ich fuer etwas, wofuer ich nicht bezahlen muesste.

Fairness zu verlangen, schwaecht meines Erachtens den eigenen Standpunkt. Diese Position raeumt ein, auf den Goodwill des anderen angewiesen zu sein. Im grossen Stil sind wir das alle - es ist letztlich auch Goodwill der anderen, nicht jeden Anflug von Zorn mit Amoklaeufen auszuleben. Diese Form von Goodwill hat aber nichts mit Fairness zu tun: Die Rechnung folgt in der Regel bald.

Fairness fuer Kreativitaet zu verlangen erzeugt ein falsches Bild: Das suggeriert, dass die Leistung auch ohne den kreativen Input möglich wäre. - Wenn das so ist, dann haben wir ein Problem.
Ich sehe Kreativität und Innovation nicht als einmaligen Geistesblitz, fuer den derjenige, der ihn hatte, gewürdigt werden soll, sondern als permanente Einstellung, Probleme zu lösen und Dinge umzusetzen.
Nicht die spektakuläre Innovationen, ueber die man viel reden kann, sind die schönsten, sondern die, die man gar nicht merkt, weil sie ein bestehendes Problem flüssig und effizient lösen.
Mit Kreativität verhält es sich ähnlich: Ideen an sich sind nett (und selbstverständlich und austauschbar); Wert - materiell und ideell - entsteht in der konkreten Lösung und vor allem in der Geschichte dahinter. Und die ist etwas, die nur gemeinsam entwickelt werden kann.

Das richtet sich vor allem an weinerliche Werbetussis (was wiederum vor allem Männer einschliesst), die schon die Einladung zu einem ersten Gespräch damit beantworten, keine Gratispräsentationen zu machen. - Du musst ja nicht. Wer glaubt, sein Geld mit der Erstellung von Werbemitteln (egal ob digital oder papieren) machen zu koennen, sollte vielleicht lieber in die Druckerbranche wechseln. Was bisher schon verrechnet wurde, ist jetzt erst der erste Schritt, der einen Prozess, sei es intern oder direkt mit dem Kunden, eroeffnet, in dem die eigentliche Arbeit liegt. Wir sollten denLeuten keine Plakate zeigen (auch wenn die noch so schön sind), sondern mit ihnen reden. Für Hilfe dabei zahlt jeder gern.

Aber das war jetzt etwas ausschweifend.
Die Solidarity no Charity-Präsentation findet am 17.2. im WestLicht statt. Um Anmeldung wird gebeten.

-->

Micromedien: Mehr Sturheit, bitte

Wed, 02/03/2010 - 15:09

<!--break-->

Olivio Sarikas praesentierte auf dem Videocamp Vienna mit viel Elan ein Kooperationskonzept fuer Medien und User, das die Vorteile von klassischen Medien (Reputation, Reichweite, Finanzierung) mit den Vorteilen von usergetriebenen Onlinemedien (fachliches Knowhow, Authentizitaet, Tempo) kombinieren soll.
Der an sich begruessenswerte Plan sieht vor, eine Plattform zu entwickeln, auf der Produzenten aus diversen Bereichen Medien (Text, Bild und Video) zur Verfuegung stellen, Copyrights und Verrechnung abklaeren, damit "professionelle" Medien sich daraus bedienen, um ihre Berichterstattung zu ergaenzen, schneller mehr Material zu haben und das Wissenm der Crowd zu nutzen (fachlich sind User oft besser informiert als Journalisten).

Ich hoffe, ich habe das so weit richtig verstanden.

Und es erinnert mich frappant an Leserreporter-Konzepte von Medien wie VG, Aftenbladet, oe24 oder der Kleinen Zeitung, die teils schon wieder am Verschwinden sind.
Das Problem dabei war nicht, dass User zu wenig oder "schlechten" Content geliefert haetten.
Das Problem ist, dass trotzdem nur mehr vom gleichen verkauft wird. Praesenz in Medien schafft ja keine neue Realitaet: sie macht sie sichtbarer, bringt sie in darstellbare Form, faerbt sie, macht sie transportierbar, aber sie fuegt (hoffentlich) nichts hinzu.
Manchmal ist das schwer vorstellbar, aber es gab auch journalistische Arbeit vor dem Internet. Damls musste man mit Leuten sprechen; es brauchte manchmal (und das ist gerade mal 15 Jahre her), einen ganzen Tag um mit zwei Leuten zu sprechen, weil man sie nicht einfach googlen konnte und weil sie lieber persoenlich als am Telefon reden wollten.

Ich habe keine Zweifel daran, dass Nicht-Journalisten wertvolle Inhalte liefern koennen und dass das journalistische Handwerk (was Recherche und Aufbereitung von Information betrifft) gut erlernbar ist (Packeln und Schnueffeln dagegen sind eher Veranlagungssache), aber ich habe Zweifel, dass das die Medien die wir kennen brauchbarer macht. Klar, Faulheit ist ein wichtiger Faktor, und je leichter etwas geht, desto eher wird man es tun, aber dennoch bleibt es die Hauptaufgabe kommerzieller Medien, Klischees zu bestaetigen, Weltbilder zu reproduzieren und taeglich gewohnte Pfade zu gehen.
Mehr Information, die durch einen Filter laufen kann, aendert die Funktionsweise des Filters nicht.

Gibts auch einen produktiven Input von mir? Nachdem das Problem so alt ist, ist die Loesung nicht einfach. Ich sehe allerdings keinen Sinn darin, die klasschischen Medien als Lieferant zu bedienen, um deren Prozesse zu verstaerken.
Was ich jetzt nicht auf den Punkt bringen kann, was mich aber weiter beschaeftigen wird, ist eine Analogie des Umgangs mit Information zum Umgang mit Software, wie ihn Free Software-Prediger Richard Stallman in seinen Essays (als pdf oder als Buch) beschreibt.
Das trockene Fazit: Kreativitaet, Ideen, Wissen alleine sind nichts wert. Sie sind selbstverstaendlich, ueberall verfuegbar, recherchierbar und ersetzbar - das haben wir uns mit den omnipraesenten Medien und der Kommunikation in Lichtgeschwindigkeit eingebrockt.
Nur die Umsetzung zaehlt (das habe ich - ungenau - hier zu sagen versucht). Viel schoener fasst das eben Rochard Stallman: Software - und andere Ideen - sollten keinen Besitzer haben, und selbst wenn man an der Idee ( am Copyright) verdienen koenne - viel mehr gibt es an Customizing, Wartung und Dokumentation zu verdienen.
Der Verzicht auf das schnelle Geld durch die Abloese von Rechten ist kein karitatitver Akt, sondern ein Zeichen der Macht. Wir schaffen etwas, was wir ausbauen und kontrollieren koennen.
Deshalb - und weil es ihnen die Macht in die Haende zurueck spielt - sollten wir unser Material nicht den alten Medien ueberlassen. Abgesehen davon, dass es sie ohnehin nicht interessieren wird.

Trotzdem brauchen wir noch immer funktionierende Geschaeftsmodelle. Was in der Softwareentwicklung zu funktionieren scheint, gibt es fuer die Medienwelt noch nicht. - Noch immer ist nicht fuer jeden klar, dass ein schlecht formulierte Text ebenso kontraproduktiv ist wie schlechter Code. Aber auch die Verbreitung dieses Wissens sabotieren klassische Medien durch schlechte Recherche, formloses Gestammel mit erzaehlerischen Maengeln im Radio oder unvollstaendige und unkorrekte Formulierungen und nicht funktionierende Metaphern und Redewendungen in gedruckten Texten.
Moechte da wirklich jemand frewillig mitspielen?

-->

Nerdland

Sun, 01/31/2010 - 08:54

<!--break-->

Die letzten Wochen habe ich an der Planung von Nerdland gearbeitet - und gestern am Videocamp Vienna sebiturbo und Nerd Perfect kennengelernt.

Fazit:

  • Planen ist fuer Looser (noch schlimmer als Nerds).
  • Raus damit, auch wenn ich nicht so schnell tippen kann.
  • Teilen ist besser.

Und vielleicht ergibt sich eine Zusammenarbeit.

Hier ist der aktuelle Pilot von Nerd Perfect.

Nerd Perfect - 0001 from Karpi on Vimeo.

-->

Die Verkleinerung des Blickfelds

Mon, 01/25/2010 - 17:42

<!--break-->

Ich habe in den letzten Jahren konsequent mit kleineren Geraeten geschrieben. Der Weg vom Fatscreen-Desktop ueber den Laptop zum EEE und zum Smartphone war schnell. Und ich habe mich geweigert zu glauben, dass der kleine aktuell sichtbare Ausschnitt Einfluss auf den in der Arbeit sichtbaren Horizont hat.
Was mir zuletzt allerdings zu denken gibt, ist die Verwendung von Navigationstools auf Smartphonedisplays: Toll, wenn mir mein Telefon sagt, wo ich um welche Ecken biegen muss. Aber in welche Richtung soll ich gehen, wenn ich gerade aus dem Zug gestiegen bin und auf dem kleinen Ausschnitt nicht erkennen kann, aus welcher Richtung ich gekommen bin? Vom papierenen Stadtplan haette sich das vielleicht noch ablesen lassen, aber von einem fuenf Strassenkreuzungen umfassenden Ausschnitt?
Natuerlich gibt es Abhilfe. Jedes Smartphone, das etwas auf sich haelt, hat einen Kompass, und es zeigt auch die Bewegung auf der Karte an. - Um ein Hightechfeature sinnvoll nutzen zu koennem, brauche ich also zwei weitere.
Und beim Schreiben gehts mir aehnlich: Eine App fuer diese Publikation, eine fuer die andere, dann noch ein paar Offlinetexte und ein Haufen Synchronisierungsprozesse dazwischen. Ich muss noch mal in mich gehen, ob das wirklich das Leben vereinfacht. Und auch genau mittracken, wie lange ich mir diese Tagging- oder jenes Kategorisierungssystem auch merke, das dann immer die superpraktische Verbindung zwischen den Textstuecken herstellt...

-->

Respekt und die Onlinemarketingpest

Wed, 01/20/2010 - 09:54

<!--break-->

Letzte Woche war Thorsten Haveners Anleitung zum Hellsehen hier Thema.
Diese Woche hatte ich eine kurze Unterhaltung mit einem ehemaligen Kollegen, der aus irgendeinem Grund darauf zu sprechen kam, wie gern er eine Clean Desk Policy bei seinen Kollegen durchsetzen wuerde. "Die Diddlmaeuse und Hinterglasmalereien im Buero kann ich nur respektvoll als anders zur Kenntnis nehmen."
Beide machen ihren Punkt damit, die erste eigene Reaktion hintanzustellen und erst einmal das andere aufzuehmen. Nicht: "Ich weiss, was du sagen wolltest.", sondern schweigendes Zur-Kenntnis-Nehmen. Vielleicht koennen wir die Information spaeter einmal brauchen - das steht fuer Respekt und Manipulation zugleich.
Natuerlich ist auch das hier ein Eintrag in eigener Sache, weshalb hier ein passender Auszug aus "Wie die Tiere - Grundlagen der Kommunikation fuer Wertenomaden" folgt.
Der Angelpunkt: Wenn wir uns und anderen zugestehen, den eigenen Kontext und Handlungsspielraum aufzubauen (vereinfachend nannte man das auch mal "eine eigene Meinung haben" - aber diese Fomulierung ist mir zu wertend besetzt) verzichten wir zumindest teilweise auch auf Quick Wins - wir muessen nicht alles durchsetzen, was wir durchsetzen koennten, denn dazu fehlt die rechtfertigende Grundlage. Stattdessen ist das Produzieren und Ausbauen solcher Spielraeume - sei es ueber die Verbreitung von Buerostofftieren, anderen Schreibtischdekorationen oder von zaeh zu lesenden Blogposts - eine Strategie, Raum zu schaffen und zu besetzen. Neben der direkten Unterhaltung ist das ein Grossteil dessen, was wir online machen.
Das heisst?
Ich sehe hier eine sehr friedliche und nachhaltige Form der Welterfassung. Ich kann angesichts dekorierter Schreibtische

  • Verbote anstreben
  • Geschaeftsmodelle rund um Diddlmaeuse entwickeln
  • mich daran erinnern, wer das gemacht hat
  • denken, dass ich das nichts angeht
  • es als eine Aussage neben anderen annehmen, die nicht unbedingt eine Antwort erfordert - wenn sie nicht als Frage formuliert war...

Die Analogie zu Onlinemedien dabei ist: User reden ja auch nicht direkt mit uns. Sie machen ihre Standpunkte klar, formulieren, experimentieren - und wir koennen reagieren, widersprechen, weiterdenken, ja oder nein sagen, andere User als Hintergrund, vor dem sich unsere eigenen Plaene beweisen muessen, sehen.
Sind das Umschreibungen fuer Belanglosigkeit? Wahrscheinlich, solange wir im Hinterkopf haben, dass wir eigentlich innerhalb moeglichst kurzer Zeit moeglichst viel Geld einstreifen sollten. - Wobei wir wahrscheinlich auch mehr Ramsch verkaufen koennten, wenn wir uns erst mit dessen Verwendung, seinen Besitzern und der aktuellen Nutzungssituation beschaeftigen.
Marketing wird immer ein Abfallprodukt des Kommunikationsgedankens und der Experimentierfreudigkeit im Internet sein. Aber das ist eine andere Geschichte, auf die ich naechste Woche zurueckkommen moechte, wenn an dieser Stelle Chris Brogan und Jaron Lanier gegeneinander antreten...

Ein paar Grundsaetze - aus: "Wie die Tiere"

1


Eine unabdingbare Auspraegung fuer Verstehen, egal in welcher Auspraegung, ist Respekt. Respekt bedeutet dabei, insofern auf Sinn (fuer uns) zu verzichten, als wir die eigene Interpretation hintanstellen koennen. Nicht was wir meinen, ist
wichtig, sondern was hier passiert ist. Auch wenn wir uns nie ganz aus dem Bild nehmen koennen, weil wir immer nur unsere Sicht sehen (oder das, was wir fuer objektiv richtig halten) haben wir dennoch die Moeglichkeit, die
Beschraenktheit unserer Position zu akzeptieren. Damit erfahren wir nichts Neues, wir steigern unsere Chance, etwas durchzusetzen nicht, aber wir bleiben lernbereit. Wir lassen Erfahrungen, Werte, Perspektiven anderer liegen und gehen
weiter, ohne einer anderen Welt unsere Sicht aufzuzwingen.
Respekt bedeutet nicht nur Offenheit und Lernbereitschaft,
auch Konzentration und Aufnahmefaehigkeit sind Zeichen von Respekt: Wir kuerzen, sortieren, kontrollieren nicht, indem wir Sinn suchen und den Weg dazwischen ueberspringen. Wir sind bei der Sache, hoeren zu und akzeptieren auch Veraenderung.
“Die sind doch alle...”, “Du bist immer so...”, “Ich weiss, aber...” ist
das Gegenteil von Respekt. Wir versuchen, die Initiative zu ergreifen, wenn wir etwas nicht verstehen. Dabei reimen wir uns etwas zusammen, das allenfalls fuer uns relevant ist, nicht aber fuer alles andere. Verzicht auf Spekulation als Bescheidenheit schaerft die Wahrnehmung, bei den Dingen zu bleiben erzeugt
Verbindlichkeit, es reduziert die eigene Position.
Respekt bedeutet zu wissen, dass hier nur wir sind. Damit ist eine Auspraegung von Bescheidenheit gemeint, nicht Egoismus. Fuer uns mag es hunderprozentig so sein. Fuer uns. Alles weitere ist davon nicht betroffen.

-->

Realer Gegenwind als Onlinemedien-Person

Tue, 01/19/2010 - 23:31

Als Onlinemedien-Person in einer offline dominierten Diskussionsrunde habe ich heute wieder gelernt, dass es auch noch realen Gegenwind gegen Onlinemedien als strategisches, zielgerichtetes Kommunikationsinstrument gibt.

Fuer PR und Marketing sind Onlinetools in diversen Experimentalstadien zur breiten Streuung akzeptiert, in unueberschaubaren Umgebungen, in denen Zielgruppen und Publikum definiert sind, wird dem realen Fussballspiel mit Kunen, Partner und Mitarbeitern der Vorzug gegeben. Grossartig. - Denn das bedeutet, dassgerade beim erfolgreichen Mittelstand noch ueberaus viel Potential vorhanden ist, dass das Fuer und Wider zu Onlinemedien, Social Media und anderen interaktiven Kommunikationsformen noch lange nicht gegessen ist, und dass wir immer wieder in der Argumentation ganz von vorne anfangen muessen. - Oder duerfen, je nachdem.

Die unterschiedlichen Informationsstaende einzelner Kollegen aus der Kommunikationsbranche habe ich echt unterschaetzt - aber gut. Auch das ist wichtiger Erfahrungswert. Faszinierend ist auch die Wahrnehmung von Onlinemedien und Playstation-Spielen als gemeinsamer Kulturkreis. Was erst dazu die beklagte/klagende Netzavantgarde sagen wuerde....

PS: Das Event wurde von einer grossen PR Agentur veranstaltet und promotet. Die Suche nach Eventtitel und Agenturnamen liefert 9 (einstellig!) Googletreffer. Meine letzte Aussendung (in deren Verbreitung ich 0 Budget und 2 Stunden Arbeit investiert habe) liefert mittlerweile 1000 Ergebnisse.

PPS: Das Event war ueberaus gut besucht - rund 80 potentielle Kunden. Sind das 10 fuer jeden Suchmaschinentreffer, also eine ueberaus attraktive Conversion Rate?Oder ein Indiz fuer die nach wie vor reale Dominanz der Offline-Kanaele in der Industrie?

-->

Praezision die gluecklich macht....

Thu, 01/14/2010 - 22:56

Danny MacAskill macht Edinburgh unsicher. Wow.

Fuer den Fall, dass mal Zweifel aufkommen, ob dieses oder jenes funktionieren wird, ob sich das auch so ausgeht. Macaskill zeigt: Es geht immer noch mehr. Du musst nur ueben. Ueben, ueben, ueben.

-->

Must-Have: Der Otterbox-iPhone-Outdoor-Tresor

Mon, 01/11/2010 - 22:12

<!--break-->
Otterbox wirbt mit dem Spruch "We've got technology covered". Covers und Transportboxen fuer diverse PDAs gibt's immer wieder auch auf ebay.
Mit dem 2600 Series PDA Case hat Otterbox nun den ultimativen iPhone-Tresor im Angebot: Wasserfest, luftdicht und stossfest (aber nicht tauchbar) schuetzt er 99% der auf dem Markt verfuegbaren PDAs.
Der Touchscreen ist auch in der Box bedienbar, es kann allerdings nur via Bluetooth telefoniert werden. Das Outdoor Case kann mit einem Klettverschluss am Arm befestigt werden, wiegt ein Viertelkilo und kostet 50 Dollar.

-->

Transformer, Augmented Reality und die Zuhandenheit der iPhone-Tastatur

Mon, 01/11/2010 - 19:24

<!--break-->

Der Transformer Bumblebee ist je nach Bedarf ein schnittiger Camarro, ein freundschaftlicher Ratgeber oder ein schlagkraeftiger Kampfroboter. Ganz wie es sein Besitzer und dessen Freundin im Verlauf des Films "Transformer" brauchen. Er verwandelt sich sogar in ein aktuelleres Camarro-Modell, nachdem sich die weibliche Hauptfigur einmal beilaeufig abfaellig ueber sein Aeusseres geaendert hat
Technik ist dort, wo man sie braucht, da, wenn man sie braucht, und funktioniert so, wie man sie braucht. Bedienungsanleitungen, Umlernprozesse zwischen einzelnen Tasks und Devices fallen weg und es bleibt pure Effizienz. Die Vorstellung bleibt wohl weiter der Science Fiction vorbehalten; sie illustriert aber auch eine positive Variante der flaechendeckenden Ausbreitung von Technik und Medien in unserem Alltag.

Technik ist anders als Menschen

An dieser Stelle - bei der Reflexion ueber die Dienstbarkeit von Technik - wird oft Martin Heidegger bemueht. Mit seiner Unterscheidung des Vorhandenen und des Zuhandenen illustriert er, vor allem in den spaeteren, teilweise Technik direkt thematisierenden Texten, unterschiedliche Seinsarten. Aus einer anderen Perspektive gelesen: Er zeigt, wie wir Beziehungen zu unserer Umgebung gestalten koennen - wo wir sie ueberhaupt gestalten koennen und wo wir uns nur in den Mittelpunkt unserer eigenen Welt setzen koennen, nicht aber in den Mittelpunkt der ganzen Welt:
Manches ist vorhanden, so wie wir auch; Dinge, Lebewesen existieren und verfolgen ihren eigenen Zweck, sie sind nicht auf unse angewiesen, um Bedeutung zu haben; unsere Zuschreibungen von Bedeutung haben fuer sie nur bedingte Relevanz. Das ist die Seinsart von Menschen: Jeder ist vorhanden wie der andere auch; Beziehungen, Abhanegigkeiten, Bedeutung ergeben sich oder werden gestaltet, sie sind aber nicht durch irgendeine Notwendigkeit vorgegeben. (Heidegger ist Existenzphilosoph, er beschaeftigt sich nicht mit sozialen oder politischen Abhaengigkeiten - hier geht es um das schwindelerregende Wort "Sein", also um die Disziplin der Ontologie, nicht um Soziologie oder Ethik.)
Anderes ist zuhanden. Es wurde geschaffen, um einen Zweck zu erfuellen; es existiert als solches nur, wenn es diesen Zweck erfuellt. Ein Schreibwerkzeug, das nicht funktioniert, ist kein Schreibwerkzeug mehr - es ist Muell, Recyclingmaterial oder vielleicht - mit kleinen Modifikationen - ein praktisches Blasrohr.
Fazit: Die Verwendbarkeit macht ein Ding zu dem was es ist (oder sein soll); die vermutete Substanz, die Hintergedanken des Erfinders, spielen keine Rolle. Die konkrete Bedeutung entsteht erst in der Verwendung.
Der letzte Satz entfernt sich etwas von Heidgger und spielt auf einen anderen, von Heideggers Gedankenwelt weit entfernten Denker an: Fuer Wittgenstein entsteht die Bedeutung von Begriffen in ihrer Verwendung - ein Begriff bedeutet das, als was er eingesetzt wird. Das ist dann nicht mehr nur von seinem Sender abhaengig (was war gemeint?) sondern auch vom Empfaenger (was kommt an?) - und dieses Szenario ist von einem letztlich endlosen Regress gepraegt. Definitive Erklaerungen oder Bedeutungen gibt es nicht. Manche Dinge wir trotzdem - nur wissen wir nicht warum und koennen es nicht erklaeren (auch an dieser Stelle Werbung in eigener Sache: Mehr zu diesen Regressen in der Suche nach Bedeutung gibt es in "Wie die Tiere", der aktuellen Neuerscheinung bei kbex micropublishing.)

Was bedeutet das fuer den Transformer Bumblebee und das iPhone? "Dreht sich fuer Heidegger dieses Denken letztlich um den Willen den wertsetzenden Subjektivitaet?", fragt der Informatikphilosoph Rafael Capurro in seinem Text "Beitraege zu einer digitalen Ontologie"; erfuellt Technik ihren Zweck nur dann, wenn sie fuer jedermann verstaendlich ist und fuer jeden im eigentlichen Sinn zuhanden ist? Der Begriff "Technik" ist missverstaendlich. Spezialistenknowhow gilt und funktioniert auch dann, wenn es nur einem kleinen Kreis zugaenglich ist: Wir koennen FLugzeuge (als Passagier) benutzen, ohne etwas von ihnen zu verstehen.
Irgendwelche Schnittstellen der funktionalen Technik zur Welt ihrer Benutzer gibt es aber immer: Ich muss zwar nichteinmal wissen, wie man eine FLugzeugtuer oeffnet, aber ich muss wissen, wie man ein Ticket kauft und welchen Anweisungen man auf Flughaefen folgen muss.
Technik in dem Sinn, der Heideggeres Argumentation zu Grunde liegt (und der sich aus dem griechischen Begriff techne ableiten laesst) steht auch nicht fuer Schrauben, Programmcode oder Statik, sondern fuer einen funktional und pragmatisch gestaltenden Zugang zur Welt; das Gegenstueck zum technikos, der sich in der Welt orientieren kann, ist urspruenglich nicht der Kuenstler (und auch nicht der Geschaeftsmann), sondern der banausos - der eben keine Ahnung hat.

Ideal ist ein Stueck Technik in diesem Sinn dann, wenn es im richtigen Moment das leistet, was gerade gebraucht wird - eben wie ein Transformer. Es muss im passenden Moment zur Hand sein, und nicht die meiste Zeit ueber rumliegen.

Nur Designerkram

Mir sind oft, seit langem und von mehreren Seiten iPhones empfohlen worden. Ich wollte das nicht: Wieder ein Stueck Designerkram mehr, das mit bunten Icons, leuchtendem Display und einfacher Installation protzt, und trotzdem nichts neues bringt? Wobei ich jetzt, nach knapp einem Monat mit iPhone, sagen muss, dass vor allem die Kombination von mobiler Webcam mit mobilem Internet mit dem Touchscreen nocheinmal deutlich gewinnt. Location Based Services nehmen jetzt endlich Form an - ueber Tripwolf hatte ich am Wochenende kein Problem, im oestlichsten Burgenland ein Lokal zu finden, das auch Sonntag abend noch geoffnet ist, Wikitude zeigt sogar in der Marchfelder Einschicht jede Menge Landmarks (dank der angezapften Quellen) und auch die Sekai Cam erschliesst sich gerade langsam - auch wenn die Nutzung rund um Wien noch recht niedrig scheint.

Mobile Augmented Reality als Gassenhauer

Wikitude und Sekai Cam werden als beispielhafte Vorboten der Augmented Reality gefeiert - wir navigieren nicht mehr ueber zweidimensionale Webseiten, sondern indem wir uns im realen Raum bewegen. Die Anwendungen kennen unsere Standorte und zeigen an, was sich rund um uns befindet. Als grafisches Interface wird dazu das Bild der Webcam benutzt - das suggeriert, das die Gegenstaende selbst die Information senden. Die Daten kommen aus geocodierten Services - im Fall von Wikitude sind das Wikipedia, Quype und eigene Daten, die Sekai Cam erlaubt es Usern, direkt Bild- oder Videobeitraege mit Text- oder Tonkommentaren zu posten.
Das erfordert sehr flexible Interfaces. Wenn zu einem Punkt der durch die Kamera betrachteten Umgebung navigiert werden soll und sich die Orte der dort verstreuten Informationen nicht immer in klaren links-rechts oder oben-unten Dimensionen beschreiben lassen, ist es natuerlich der einfachste Weg, sie direkt anzugreifen. Und das verstaerkt einmal mehr den Eindruck, als waeren es die Dinge selbst, die uns jetzt ein Mehr an Information bieten.
Als Augmented Reality bieten diese Services eine weitere Perspektive auf die Offline-Welt, sie ersetzen sie nicht und es ist auch gut moeglich, ohne sie zu leben - aber es kann mit ihnen in absehbarer Zeit einfacher werden. Nils Mueller, Augmented Reality- und Outernet-Prediger des blank">Trendforschungsbueros Trendone, vergleicht den Verzicht auf Augmented Reality mit Farbenblindheit. Man kann gut damit leben, man sieht die gleiche Realitaet - aber eben nicht alles.
Die einfache Schnittstelle des Touchscreen, der vollflaechige Darstellungsebene und funktionsreiches Steuerungselement zugleich ist, ist ein wesentlicher Schritt um komplexe Services einfach in eine Umgebung zu integrieren, in der sie sinnvoll genutzt werden koennen. Die Moeglichkeit, vermittelt ueber ein mobiles Geraet, das Haus, vor dem ich jetzt gerade stehe, beruehren zu koennen, um mehr Information zu bekommen, ist ein besonders schoenes Beispiel fuer eine neue Art von Interaktion, in der mein Tool genau jetzt genau die Rolle erfuellt, die ich im Moment von ihm erwarte. - Auch wenn sie sich besonders leicht als plakativer Schmaeh enttarnen laesst. Anstelle des Hauses selbst kann ich auch die weisse Wand des Zimmers im Nebenhaus, in dem ich mich gerade befinde, beruehren, um die gleiche Information ueber das Haus dahinter zu bekommen. - Denn die Information ist nach wie vor nicht mit den Dingen verbunden, sondern auf Webservern gespeichert und mit einem Hinweis auf ihre geographische Zugehoerigkeit verknuepft. An den Besitzverhaeltnissen und Kontrollmoeglichkeiten aendert sich also nichts; darauf moechte ich gleich noch zurureckkommen.
AR-Services lassen sich spektakulaer verkaufen, das Funktionsprinzip, nur genau jene Bedienelemente genau dort verfuegbar zu haben, wo ich sie jetzt brauche, ist aber bei einfachen Texteditoren genau so zu erkennen. Das gleiche Display ist Praesentationsflaeche und Eingabeschnittstelle, es muss nichts aufgeklappt, ausgefahren oder umgeschaltet werden, um zwischen den verschiedenen Modi zu wechseln. Ein Fingerzeig - hier moechte ich arbeiten - reicht. Ein anderes schoenes Nutzungsbeispiel sind Mindmaps: Dank der Touchscreenmoeglichkeiten lassen sich paradoxerweise gerade grosse weitverzweigte Diagramme auf dem kleinen iPhone-Display besonders gut nutzen und bearbeiten: Es kann in allen Winkeln diagonal und nicht nur in 90-Grad-Schritten rauf-runter-links-rechts navigiert werden, Vergroessern/Verkleinern ist direkt an Ort und Stelle und nicht ueber Prozentangaben fuer die gesamte Ansicht, die jedesmal wieder den aktuell betrachteten Ausschnitt aendern, moeglich.
Fazit: Substantiell bringen auch mobile Innovationen wie das iPhone nichts neues. Aber die Kombination vieler Faktoren, der Hype um das Design und die Einfachheit und die Mengendynamik in der Nutzung lassen erahnen, dass es in einer mobilen, digitalen, durch und durch vernetzten Welt auch ganz gemuetlich sein kann. Technik, die so funktioniert, ist tatsaechlich zu unseren Handen; sie nutzt uns und funktioniert. Ohne seine Gestalt zu veraendern, passt sich das Device an wie ein Transformer: mal Praesentationsflaeche, mal Eingabegeraet, mal Dokumentationstool, mal Produktionstool.

Vernetzung loest den Prduzenten als gestaltenden Faktor ab

Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Die einfache, ueberall moegliche Nuztung mit grosser Reichweite macht den User auch zum Opfer, zum abhaengigen Objekt. Die Flexibilitaet geht ueber die Oberflaeche hinaus und suggeriert Anpassung - alles funktioniert so, wie wir es brauchen. Intensive Vernetzung - der Datenaustausch zwischen Services wird leicht verstaendlich visualisiert - erzeugt mehr Bedeutungsoptionen und mehr Relevanz, Information kann in mehreren Zusammenhaengen genutzt werden und ist dadurch wichtiger. Der Eintrag in einem Firmenverzeichnis oder Locationfinder war bisher eher ein probates Mittel, das eigene Unternehmen zu verstecken als es zu promoten. Sichtbar war es nur fuer jene, die in genau diesem Service nach passenden Kriterien gesucht haben. Jetzt sehen es auch andere User, die zufaellig in der Gegend sind und sich gerade anzeigen lassen, was rundherum los ist, auch wenn sie gerade nach etwas ganz anderem suchen. Und sie sehen womoeglich auch gleich, wie es hier aussieht...
Auch wenn die Daten nicht bei den Dingen sind, entsteht hier eine neue Art der Begegnung von Information und Realitaet, in der nicht der Produzent der gestaltende Faktor ist, sondern die Vernetzung.
Die Direktheit und Fluessigkeit, mit der wir Information so wahrnehmen und bearbeiten koennen, beschleunigt auch die Konsequenzen: Wir koennen schneller etwas uebersehen (auch wenn wir es sonst vielleicht gar nicht gesehen haetten), wir koennen schneller Zusammenhaenge herstellen, und es entstehen schneller Zusammenhaenge, die wir urspruenglich gar nicht gesehen haben; die entstehen auch ohne uns. "Fluidity of Information" ist ein Begriff, den der amerikanische Philosoph Charles Ess gepraegt hat, um die schnelle Wandelbarkeit, Transportierbarkeit und Verformbarkeit digitaler Infomation zu kennzeichnen.

Transparenz und weniger Verstecke

Jetzt wird es spekulativ - aber vielleicht ist das eine Richtung, weitere Modelle und Analyseszenarien zu entwickeln, die beim Verstaendnis technischer Moeglichkeiten und der Extrapolation ihrer Entwicklungen helfen. Fluessigkeit ist eine haptische Metapher, die mit Beruehrung und Unberuehrbarkeit spielt und auch darauf baut, dass digitale Information keinen Ort und keinen Koerper hat. Sie laesst sich schnell veraendern und transportieren.
Angreifbarkeit ist eine andere Metapher, die einen Koerper voraussetzt. Inwiefern setzt Fluessigkeit Angreifbarkeit voraus? - Fluessigkeit als koerperlos zu betrachten ist zu kurz gegriffen und sicher nicht in Ess' Sinn (und schlichtweg falsch). Auch die bewegliche und dynamische Information ist angreifbar, sie ist mit Orten und konkreten Gegenstaenden verbunden - sie braucht das, um Sinn und Bedeutung haben zu koennen. Die Sichtbarkeit dieser Zusammenhaenge ist nicht immer die beste - durch plakative Visualisierungen (wie sie die geocodierten Services bieten) - aendert sich das rapide. Und dank des Touchscreens heisst das dann: Durch beruehren, angreifen erhalten wir Information von Gegenstaenden.
Der Begriff der Angreifbarkeit enthaelt auch eine bedrohliche Seite, wenn er passiv auf uns angewendet wird: Wir, die Informationsbestandteile, die wir hinyterlassen haben, koennen direkt angegriffen werden. Durch den direkten Zusammenhang unserere (von uns gesendeter) Information mit unserer Umgebung sind wir selbst angreifbarer als je zuvor.
Vernetzung, das Anzapfen unterschiedlicher Quellen, ist urspruenglich ein abstrakt technischer Vorgang. Ueber Mediengrenzen hinweg ergeben sich dadurch aber neue Zustaende von Information, die einerseits praktisch sind, aber auch ihre Kehrseite haben: Der Blick durch eine Kamera auf deren beruehrbares Bild schafft ein Form von Transparenz, die nicht immer angenehm ist - und fuer beide Seiten gilt.
Praktische Ttechnik ist nicht nur fuer uns zuhanden sondern fuer alle, die das moechten. Es gibt weniger Plaetze zum Verstecken.

-->

Hellseherei und Erbsenzaehlerei - Was ich mit Deutschlands beruehmtestem Hellseher gemeinsam habe

Mon, 01/04/2010 - 20:07

<!--break-->

Ich kannte Thorsten Havener nicht. Bis mir meine Schwiegermutter sein Buch "Ich weiss, was Du denkst" geschenkt hat. Aber Deutschlands beruehmtester Gedankenleser, wie er sich nennt, macht - mit ganz unterschiedlichen Mitteln - einen aehnlichen Punkt wie ich ihn in "Wie die Tiere" zu machen versuche: "Es ist wie es scheint".

Hellseherei, Gedankenlesen auf der einen Seite und philosophischer Relativismus/Pluralismus und Erkenntnis- und Kommunikationsanalyse auf der andere Seite friedlich vereint?

Haveners Rezept in seinen Auftritten ist ziemlich einfach:

  • Blick fuer Details: Kleinigkeiten wahrzunehmen - die fuer jeden sichtbar waren - verhilft schon wenig spaeter zu einem Informationsvorsprung, der andere auf geheime Quellen schliessen laesst.
  • Nicht werten, nicht spekulieren: Urteile, Zusammenhaenge ueber das Offensichtliche hinaus fuehren uns auf eine falsche Faehrte. Mit Achtung fuer die Details haben wir noch immer genug Material; Spekulation verfaelscht - auch wenn sie uns oft leichter faellt.
  • Beobachten geht ueber Denken: Was wir uns denken, ist egal, wenn wir wissen wollen, was der andere tut. Er tut es ja - wir brauchen nur zuschauen.
  • Sammeln und in Beziehung setzen lassen: Im Lauf der Zeit setzen sich die Dinge selbst in Beziehung - das ist nicht unser Job. Wir brauchen nur zuschauen...

Was sind das fuer merkwuerdige Grundsaetze?
Eine viel zu selten gestellte Frage ist: Warum bedeutet das, was wir sagen, ueberhaupt etwas? Wo entsteht Bedeutung? Weitergefuehrt bedeutet das: Wie koennen wir uns verstaendlich machen, wie koennen wir nachvollziehen, wie weit das, wa wir sagen wollten, bei unserem Gegenueber angekommen ist? Und was sind Orientierungspunkte, anhand derer wir ueberpruefen koennen, wie weit wir etwas von der Welt rund um uns verstehen?
Was Havener mit seiner Betonung auf Beobachtung und Details, mit der Kraft der Worte (und schliesslich der Gedanken, ihrer Auswirkungen auf den Koerper - bis hin zur Suggestion) darstellt, fasse ich - ohne den manipulativen Effekt und die Show, ich bin eben viel langweiliger - als Primat der Oberflaeche zusammen: Es zaehlt, was ist, und nicht, was wir gerne haetten. Wie unterscheiden wir das? Eben durch die Tugenden der Zurueckhaltung und Erbsenzaehlerei.
Perspektiven wechseln zu koennen, nachzufragen, mehrere Quellen sammeln zu koennen und Relativismus (als der Beliebigkeit das Wort zu reden) von Pluralismus (als Faehigkeit, vielfaeltige Ansichten akzeptieren zu koennen) unterscheiden zu koennen, sind eigentlich Grundlagen, die man im Bereich der Onlinemedien als gesetzt annehmen kann.
Die den eigenen Spekulationen gegenueber skeptische Grundhaltung ist allerdings vor allem dort wichtig, wo uns viele Eindruecke aus unsicheren Quellen in staendig neuen Zusammenhaengen in unklaren Abhaengigkeiten und bei unklaren Reichweiten und Verantwortungsszenarien begegnen. In solche Situationen geraten wir in unserer Onlinekommunikation laufend - aber auch unser "reales" Offlineleben wird zunehmend virtueller: Wir sind nicht einfach hier, wir reisen, reden zeitlich und raeumlich versetzt, operieren mit Verweisen und Symbolen und sind auch was scheinbar verbindliche Elemente betrifft - in Fragen der Werte und Prinzipien - zunehmend flexibel.

Wie orientieren wir uns, wo und warum entstehen trotzdem Zusammenhaenge, warum verstehen wir trotz allem noch etwas und - noch erstaunlicher - warum funktioniert trotz allem noch immer irgendwo irgendetwas?
Diesen Fragen geht "Wie die Tiere. Grundlagen der Kommunikation fuer Wertenomaden" nach. Der Text sind ein paar ausfuehrlicher gewordene Notizen zu diesem Fragekreis, die mich waehrend der vergangenen fuenf Jahre beschaeftigt haben.
Die vollstaendige Version gibt es als ebook bei kbex micropublishing, Auszuege und Highlights (wie unbescheiden...) in den naechsten Wochen hier.

-->
  • 1
  • 2
  • next ›
  • last »

Neu...

  • Fighting the One-Person-Enterprise
  • 1 Jahr theMashazine.com
  • Wenn der Bundespraesident Comedy macht
  • Freak Radio sucht Social Media-Diskutanten
  • Trust Ex - Vertrauen in Onlinemedien: Warum eigentlich?
more

the mashazine - Mission

navigator18080.jpg
kbex publishing - Wie Die Tiere
trust exchange

Today's:

  • The Philosopher, the Wolf, the Dog and the Fleas
  • Damit's bald wieder Sommer wird...
  • Wenn der Bundespraesident Comedy macht
  • Kulturindustrie fuer alle?
  • Projekt-Dokumente
Digitalks
News & Media Blogs - BlogCatalog Blog Directory
Bloggeramt.de
Rate me
Add to Technorati Favorites


themashazine.com on Facebook

  • Thu, 03/11/2010 - 18:45

  • Twitter Michael tweeted "Fighting the One-Person-Enterprise: <!--break--> No, this is not about Small Enterprises. It's about largescale ... http://bit.ly/a3K9GH" 6:45pm#
  • Twitter Michael tweeted "@coffeemug13 huebscher nick, und das wo unsere espressomaschine hier seit zwei tagen kaputt ist!!" 10:10am#
  • Wed, 03/10/2010 - 07:40

  • Twitter Michael tweeted "1 Jahr theMashazine.com: <!--break-->phomek.com. Phomek steht fuer Philosophie, Online Medien, Kommunikation und i... http://bit.ly/9jIkyu" 7:40am#
  • Mon, 03/08/2010 - 18:37

  • Twitter Michael tweeted "Bin nicht dabei, wird mit Haymos Vorttag aber sicher gut... :) RT @webcms: Forum IT Management: E 2.0 in der Realität http://bit.ly/bjoMmS" 6:37pm#
  • Twitter Michael tweeted "Tag 1 mit 83% zufriedenen Usern, ueber 50 Kommentaren und nur einer problematischen Stunde - besser als erwartet... :) #fb" 6:23pm#
  • Sat, 03/06/2010 - 18:31

  • Twitter Michael tweeted "Címkefelhők heisst Tagcloud auf Ungarisch... #fb" 6:31pm#
  • Twitter Michael tweeted "hilfetexte in 9 sprachen machen schwindlig. was für ein samstagabend..." 5:41pm#
  • Twitter Michael tweeted "hört nebenan in der kirche die geisterbeschwörer singen. irgendwie gruslig" 3:04pm#
  • Twitter Michael tweeted "8000 User importiert - 2000 Abwesenheitsnotizen - satter Schnitt... :))" 2:56pm#
  • Fri, 03/05/2010 - 20:47

  • YouTube Michael favorited Peter Fox &amp; Cold Steel Live aus Berlin: Schwinger 8:47pm#

What I read

  • NORTH CAROLINA > TEXAS
  • Freak Radio sucht Social Media-Diskutanten
  • Trust Ex – Vertrauen in Onlinemedien: Warum eigentlich?
  • “Mein” Beitrag zum Eday Video-Award
  • Ueber 80% der Wiener mit billiger Fotomontage reingelegt
  • Auf dem Weg zum Einheitsblog
  • Don Tapscott ist nicht mehr mein Freund
more

Bookmarks

  • Hartmann: Under Construction
  • Inszenieurung von Vertrauen
  • Medienethik und Ästhetik.
  • Ästhetik & Kommunikation
  • Information Divide, Information Flow and Global Justice
more

Channels

  • Standpunkte
  • Grundlagen
  • Lösungen
  • TrustEx
  • Nerdland
I love Smashing Magazine!
themashazine.com , About - Creative Commons License und Kontakt
Sitemap
Fervens Drupal theme by Leow Kah Thong. Designed by Design Disease and brought to you by Smashing Magazine.